Das war ganz einfach viel zu wenig – Richen siegt dank großer Kampfkraft
An diesem Spieltag gab es an der Spitze der Kreisliga A nur einen freudestrahlenden Sieger: Der weiterhin ungeschlagene Spitzenreiter SG Ueberau dürfte nach seinem Auswärtssieg bei Germania Ober-Roden nicht mehr vom direkten Aufstiegsplatz zu verdrängen sein. Wenn sich unsere 1. Mannschaft in den nächsten Begegnungen nicht endlich wieder auf ihre spielerischen Möglichkeiten besinnt, könnte es selbst für den Relegationsplatz trotz fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten Germania Ober-Roden 2 noch einmal sehr eng werden.
Der TSV Richen zeigte vom Anpfiff weg, dass man sich für dieses Spiel etwas vorgenommen hatte. Unsere Truppe hätte eigentlich vom Vorsonntag her gewarnt sein müssen, denn da hatten die Gäste bereits zuhause den Tabellenvierten TSV Klein-Umstadt mit 3:1 besiegt. Offensichtlich wollten sie auch in Dieburg die Punkte mitnehmen.
Um das zu verhindern und die eigenen Chancen auf einen Heimsieg zu wahren, investierte unsere Mannschaft allzu lange viel zu wenig in diese Partie. Wie es schon zuletzt mehrfach zu beobachten war, ging es beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus weitaus zu gemächlich voran. Zumeist fand der Ball erst nach einer endlos wirkenden Serie von Rück und Querpässen endlich den Weg nach vorne, und auch dann oft nur mit einem weit geschlagenen langen Ball, mit dem kaum etwas anzufangen war, zumal er auch mehrfach keinen Adressaten fand.
Wenn der Weg zum Ball für zwei Spieler gleich weit war, hatte überwiegend der Richener Akteur die Nase vorn, weil er im richtigen Moment losspurtete und sich dann auch noch energisch durchsetzte. Aufgrund ihres höheren Einsatzwillens konnten die Gäste auch die meisten Zweikämpfe für sich entscheiden. Letztlich hatten wir es nur einigen glänzenden Paraden unseres Torwart Yannick Herget zu verdanken, dass wir nicht noch deutlicher in Rückstand gerieten. Unter anderem rettete er in der 19. Minute großartig gegen den alleine vor ihm aufgetauchten Gästestürmer Matti-Nils Stecher, der eigentlich stark abschloss, aber dennoch in Yannick seinen Meister fand.
Erst in den letzten zwanzig Minuten wurde es nach einigen Umstellungen in unserem Team besser. Da wurde eine Art Powerplay aufgezogen, und der Gegner so in die eigene Platzhälfte zurückgedrängt. Dadurch wurde auch der Anschlusstreffer erzwungen. Doch währte die aufkeimende Hoffnung auf eine durchschlagende Wende im Spiel nur eine gute Minute lang, denn dann stellten die Gäste nach einem Konter den alten Abstand wieder her.
Obwohl unsere Mannschaft in der Schlussphase drückend überlegen agierte, kamen keine weiteren Treffer zustande, auch weil nach wie vor immer wieder zu umständlich operiert wurde. Allerdings blieben die Gäste auch in dieser Phase mit ihren Konterangriffen immer gefährlich. Keine Frage, der TSV Richen hat diese Partie hochverdient für sich entschieden und dürfte in dieser Form sogar noch gute Aussichten auf den direkten Klassenerhalt haben.
Torfolge: 0:1 (26. Minute) Yannis Röttgerding mit unbedrängtem Kopfball nach Eckstoß; 0:2 (38.) Tiago Marino Machado wurde in Strafraumnähe nicht angegriffen und zog flach ins linke Eck ab; 1:2 (71.) Toni Vogt platziert mit dem Kopf auf Flanke von links von David Lang; 1:3 (72.) Noah Zeidler lief ein und konnte aus kurzer Distanz völlig unbehelligt eine flache Hereingabe von rechts einschieben.
Schiedsrichter: Seckin Okutun hatte das Geschehen mit solider Leistung stets im Griff-
Für uns spielten gegen den TSV Richen: Yannick Herget,Jan Enders (ab 68. Minute Hasan Salo), Ruben Kurz, Marcel Singh, Viktor Schlei (ab 68. Minute Junis Gossmann), Felix Schober, Paul Pufe, David Lang, Hasan Salo (ab 46. Minute Lias Mai), Toni Vogt, Henri Vogt. Außerdem hatten sich noch zur Einwechslung bereitgehalten: Joel Chacon Rodriguez als zweiter Torwart sowie Daniel Boggia, Toni Enders, Pascal Schmitt und Ante Krizan.
Manfred Kähler