Gegentore viel zu einfach – Abwehrschwächen bei Standards
Mit dieser insgesamt gerechten Punkteteilung konnten beide Mannschaften am Ende einigermaßen zufrieden sein, denn die Gäste wahrten ihren komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze, und auch wir verbleiben gerade noch im oberen Tabellendrittel. Ärgerlich war auf unserer Seite lediglich, dass dem Gegner wieder einmal das Erzielen von Toren viel zu einfach gemacht wurde. Das trifft insbesondere auf die ersten beiden Gegentore zu, als unsere Abwehr in vom Ansatz her eher harmlosen Situationen dem Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam.
Nach vorne lief es diesmal vor allem in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit wieder deutlich besser als zuletzt. Immerhin wurden nach drei Nullnummern endlich wieder einmal eigene Treffer erzielt. Am auffälligsten agierte in unserer vordersten Reihe der eifrige Marian Starosta, wenn ihm auch einige Flanken zu weit gerieten. Jonas Cronauer hat offenbar seine alte Treffsicherheit zurückgewonnen, was er mit seinen drei Toren eindrucksvoll unterstrich.
Rein von Einsatzwillen und Kampfgeist her konnten beide Mannschaften durchaus überzeugen, in spielerischer Hinsicht aber blieb vieles deutlich im Argen. So spielte oft der Zufall die entscheidende Rolle, wenn eines der beiden Teams aussichtsreich in die Nähe des gegnerischen Strafraums kam. Vor allem bei ihren ersten beiden Toren meinte es das Glück mit den Gästen richtig gut.
Da Steffen Enders verletzungsbedingt ausfiel und Nico Kocacs wegen einer anderweitigen Verpflichtung nicht zur Verfügung stand, fehlte auf unserer Seite die gesamte etatmäßige Innenverteidigung. Rein defensiv machten Malte Bonifer und Niklas Beckmann ihre Sache in der Abwehrzentrale ziemlich gut, doch mangelte es mehrfach an einer zielgerichteten Spieleröffnung. Da Jan Berndt kurz vor der Halbzeit umknickte und von da an ersetzt werden musste, wird unsere Abwehr auch im nächsten Spiel wieder umformiert werden müssen. Mit Spielführer Steffen Enders wird sicherlich erst nach Ostern wieder zu rechnen sein.
Hilfreich wäre es für unsere 1A zweifellos, die Sechserposition wieder ähnlich stark zu besetzen, wie es Khalid Ameddam während unserer Erfolgsserie im Herbst vorbildlich gezeigt hatte. Derzeit wechseln sich unsere Mittelfeldspieler eher in der Defensive ab, was nicht immer reibungslos klappt. Für unser nächstes Spiel beim Tabellendritten SG Niedernhausen/Rohrbach, der gerade durch seine Niederlage bei der 1B des SV Groß-Bieberau einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen musste, wäre eine zuverlässige „Sechs“ sicherlich sehr nützlich.
Torfolge: 0:1 (6. Minute) Wojciech Jerzy Wisniewski schaltete nach einem sehr nahe vor unser Tor gezogenen Eckstoß im Gedränge am schnellsten und schob aus kurzer Distanz ein; 1:1 (34.) Jonas Cronauer schloss einen der wenigen gut gelungenen Spielzüge platziert ins lange Eck ab; 1:2 (38.) José da Silva Ferreira fiel ein von der Mittellinie hoch in unseren Strafraum geschlagener und unzureichend abgewehrter Ball genau vor die Füße, er brauchte nur noch abzustauben; 2:2 (41.) Jonas Cronauer strebte nach einen gelungen Pass in die Tiefe alleine dem Gästetor zu und hob den Ball geschickt über den herausgeeilten Torwart Timo Schmitt hinweg ins Netz; 3:2 (51.) Jonas Cronauer schoss ins lange Eck ein, nach guter Vorarbeit von Marian Starosta hatte Bilal Imret den Ball mit dem Kopf zu Jonas zurückgelegt; 3:3 (74.) Timm Früchtenicht mit unbehelligtem Kopfball nach Eckstoß.
Schiedsrichter: Manfred Stegmüller (TSV Bullau) leitete die faire Partie routiniert und stets ruhig ohne Probleme.
Für uns spielten gegen die SG Raibach/Groß-Umstadt: Tom Bonifer, Jan Berndt (ab 46. Minute Bilal Imret), Malte Bonifer, Niklas Beckmann, Daniel Bördner; Joshua Seifert, Moritz Häntschel, Jonas Cronauer, Marian Starosta, Manuel Novoa Aguilar, Hernik Ruißinger.
Manfred Kähler