„Wir bieten Heimat und Stabilität“ – von JENS DÖRR
Mit buchstäblich großem Knalleffekt beim eigenen Feuerwerk war der SV DJK Viktoria Dieburg, so der vollständige Vereinsname, bereits an Silvester in sein großes Jubiläumsjahr gestartet. Am Sonntag setzten die Grün-Weißen vom Schwimmbadweg die Würdigung ihres 100-jährigen Bestehens mit einer Akademischen Feier in der mit 200 Gästen proppevollen Vereinshalle fort.Trotz der dreistündigen Dauer war es eine kurzweilige Veranstaltung, die sich neben der Rede des DJK-Vorsitzenden Oliver Löw in etliche Grußworte und Ehrungen sowie zum Abschluss die Verleihung des Landesehrenbriefs an den DJKler und Dieburger Fußball-Funktionär Manfred Kähler gliederte.
Nach der stimmungsvollen Einleitung durch den Musikverein St. Peter und Paul (Leitung Guido Obmann) und bewirtet von der Fastnachtsgruppe Schlappmailer schritt Löw zu seiner letzten öffentlichen Ansprache als erster Mann des 632 Mitglieder – darunter allein 276 Junioren-Fußballer – großen Vereins. Am 14. Mai findet die nächste Jahreshauptversammlung samt Vorstandswahl statt, bei der Löw nicht merh antreten wird. Hinter den Kulissen hat die DJK den Wechsel auch auf anderen Führungspositionen bereits vorbereitet. Zudem plant der Verein eine strukturelle Veränderung auf Vorstandsebene.
In seiner letzten großen Rede also blieb sich Oliver Löw, bei der DJK Repräsentant und Anpacker zugleich, treu. Der Mann klarer Worte, der alles Wichtige auf den Punkt zu bringen versteht, ohne dabei ins Faseln zu verfallen, skizzierte zunächst die wichtigsten historischen Momente in einem Jahrhundert Dieburger SV Viktoria. Wobei der Verein, der 1920 aus der katholischen Jünglingssodalität hervorgegangen war, mehr als 2 Jahrzehnte lang nicht wirken konnte. Das NS-Regime unterband die Vereinsaktivitäten in den 30er-Jahren, woraufhin gerade viele Fußballer der DJK beim SC Hassia unterkamen. 1955, als auch in Dieburg das erste Nachkriegsjahrzehnt überstanden war, erfolgte die Neugründung des Vereins. Der hatte 35 Jahre zuvor seine Anfänge vor allem im Fußball genommen, aber auch Leichtathletik und Tauziehen angeboten. Seit den 50er-Jahren und bis heute dominiert bei den Grün-Weißen ernut der Fußball, doch kam schnell nach der Wiederaufnahme des Vereinsbetriebs auc die Tischtennis-Abteilung hinzu. Ein paar Jahre später folgte die Gymnastik-Abteilung, vor einigen Jahren rief die DJK den Familiensport – vor allem mit Boule – ins Leben.
Neben dem Sportprogramm sei seit Sommer 2019 auch der von Dieter und Inge Beilstein betriebene „Viktoria-Garten“ ein wichtiger Teil des Vereinslebens, stellte Löw heraus. „Das ist unsere DJK, das ist unser Verein!“ lobte er das Engagement der beiden Beilsteins, die ihr Angebot auch in diesem Jahr aufrecht erhalten wollen. Löw nannte den „Viktoria-Garten“ gar „die Sensation des Sommers“. All das, was die DJK in Dieburg seit Jahrzehnten leiste, wirke in „politisch aufwühlenden Zeiten“ positiv und erdend. „Bei uns können die Menschen Heimat finden“, sagte Oliver Löw. „Wir bieten Stabilität.“
Das tut der Verein im Jubiläumsjahr mit weiteren großen Veranstaltungen. Nach der Silvester-Party und Akademischen Feier, bei der auch die neue Vereins-Festschrift von Wolfgang Gondolf, Manfred Kähler und Harald Fink veröffentlicht wurde, stehen noch zwei Hauptreignisse an: ein international besetztes C-Junioren-Turnier (11. bis 13. Juni) und das Fest-Wochenende mit Unterhaltung für alle Generationen (4. bis 6. September), beides auf dem DJK-Gelände am Schwimmbadweg.
Jens Dörr








































