Auswärtssieg mit Notbesetzung – Sauber herausgespielte Treffer
Das hätten wohl die kühnsten Optimisten nicht zu hoffen gewagt: Die Partie war noch keine Minute alt, da bot sich unserem Team nach einem ganz schnellen Spielzug über links die zwingende Großchance zur frühen Führung. Doch brachten unsere offensiven Leute, die sich durchweg auf ungewohnten Positionen wiedergefunden hatten, den Ball selbst aus kurzer Distanz einfach nicht über die Linie. Schon in der 4. Minute bot sich der TS eine ähnlich gute Gelegenheit, bei der sie den Ball nicht an unserem Torwart Yannick Herget vorbeibrachte.
Auch danach blieb das Spiel äußerst lebhaft mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Auffällig war, dass unser Team sich zwar mehrfach bis zur Grundlinie durchspielte, doch fand sich dann vor dem Tor kein mitgelaufener Adressat für die Hereingabe. Das war die schmerzliche Folge der Tatsache, dass wir in Ober-Roden ohne gelernten Mittelstürmer antreten mussten.
Während der ersten Trinkpause musste unser Torwart Yannick Herget wegen einer heftigen Beinverletzung passen. ZurHalbzeit konnte er nur schwer gestützt auf zwei Betreuer den Weg in die Kabine bewältigen. Beste Wünsche auf baldige und vollständige Genesung! Die Aufgabe zwischen den Pfosten übernahm Routinier und Torwarttrainer Florian Ritter. Er machte seine Sache so gut, als hätte als aktiver Torwart nie eine Pause eingelegt.
Nach dem Seitenwechsel wollte die TS unbedingt die Wende erzwingen. Trotz ihrer deutlichen Feldüberlegenheit konnten die Gastgeber jedoch keine einzige wirklich gute Torchance kreieren. Außer Fernschüssen und einigen verzogenen hohen Flanken kam nichts auf unser Tor. Damit war Florian Ritter natürlich nicht zu bezwingen.
Was die reine Qualität der guten Gelegenheiten angeht, hatte unser Team trotz des großen Druckes der TS auch im zweiten Durchgang die Nase vorn. Alleine Fabian Acker hatte zweimal die endgültige Entscheidung auf dem Fuß. In der 82. Minute leitete er einen präzisen Abschlag von Florian Ritter für sich selbst mit dem Kopf über die Abwehr weiter. Den Ball erlief er äußerst spurtstark, doch fehlte ihm vor dem Tor die nötige Kaltschnäuzigkeit zum Abschluss ins lange Eck. Sein Schuss ging am kurzen Pfosten vorbei.
In der 87. Minute war Fabian noch einmal ganz frei durch. Diesmal gelang der Abschluss zwar etwas besser, doch stand TS-Torwart Steffen Hitzel im kurzen Eck goldrichtig. In beiden Fällen war kein Spielpartner mitgelaufen, um sich zumindest als alternative Anspielstation anzubieten. Auch dem eingewechselten Kimi Grote bot sich eine sehr gute Chance in der 90. Minute + 3, doch verzog er den Ball am kurzen Pfosten vorbei. Ein Flachschuss ins lange Eck wäre auch hier erfolgsversprechender gewesen.
Letztlich war das eine erstaunlich reife Leistung für ein Team, das so noch nie zusammengespielt hatte. Immerhin waren vier Spieler aufgelaufen, die noch in der vergangenen Saison im A-Juniorenalter waren. Ein schwacher Punkt war nicht auszumachen, und die kämpferische Einstellung war ohnehin rundum nur lobenswert.
Torfolge: 0:1 (38. Minute) Florent Hajdini wurde von Fabian Acker nach starker Kombination und feiner Einzelleistung halblinks im Strafraum angespielt und vollendete mit platziertem Flachschuss; 0:2 (40.) Paul Pufe wieder von halblinks wieder nach einem schnellen Spielzug über mehrere Stationen auf der rechten Seite, der auch durch zwei Fouls nicht zu unterbinden war; 1:2 (45. + 4) Ben Rebscher mit einem Strich von Volleyschuss aus zwanzig Metern von halbrechts genau in den linken Torwinkel, vorausgegangen war ein an sich harmlos herein geschlagener Eckstoß, der mit dem Kopf unzureichend genau zum Torschützen abgewehrt worden war.
Schiedsrichter: Davut Öztürk mit absolut tadelloser Spielleitung, besonders die zweimalige Anwendung der Vorteilsregel vor unserem zweiten Treffer war richtig stark.
In Ober-Roden spielten für uns: Yannick Herget (ab 23. Minute Florian Ritter), Jan Enders, Finn Hutmacher, Marcel Singh, Viktor Schlei, Felix Schober, Ariol Morina, Paul Pufe, Fabian Acker, Ruben Kurz. Eingewechselt wurden außer dem zweiten Torwart Florian Ritter: Pascal Schmitt (ab 68. Minute), Kimi Grote (ab 70. Minute), Marius Jera (ab 82. Minute). Außerdem hatte sich noch Toni Enders zur Einwechslung bereitgehalten.
Manfred Kähler