Fußball-Perspektiven aktualisiert

Wann gibt’s wieder Fußballtraining?

Nach der sicherlich unumgänglichen Verlängerung des aktuellen Lock-Downs bis mindestens zum 07. März 2021 wird es bis dahin ausnahmslos weder Spiel- noch Trainingsbetrieb im Fußball unterhalb der Profi-Ligen geben. Die vorsichtige Hoffnung, dass danach der Trainingsbetrieb wiederaufgenommen werden kann, wird aus heutiger Sicht vor allem vom dann erreichten Inzidenzwert abhängen. Liegt dieser zum Zeitpunkt der nächsten entscheidenden MP-Konferenz (Ministerpräsidenten) auf Bundesebene am 03. März 2021 unter 35, wird wohl wieder normales Mannschaftstraining ab dem 08. März erlaubt werden. Als der Inzidenzwert 35 im Oktober 2020 überschritten worden war, folgte kurz danach die umfassende Aussetzung des gesamten Spiel- und Trainingsbetriebs. Vielleicht wäre bei einer Annäherung an den genannten Wert wenigstens wieder Training in Kleingruppen möglich, wie es nach dem Lock-Down im vergangenen Frühjahr gehandhabt worden war. Nach offizieller Verlautbarung von Ministerpräsident Volker Bouffier in der nachfolgenden Pressekonferenz hat sich das „Corona-Kabinett“ der Hessischen Landesregierung in seiner Tagung vom 11. Februar den Vorgaben der MP-Konferenz vom Vortage voll umfänglich angeschlossen.

Wie geht es mit dem Spielbetrieb weiter?

Unstrittig ist es mittlerweile in den zuständigen Gremien des Hessischen Fußball-Verbandes, dass nach einer so langen Pause der Spielbetrieb für den Rest des Spieljahres 2020/2021 erst nach einer Vorlaufzeit von vier Wochen mit uneingeschränktem Mannschaftstraining verantwortet werden kann. Folglich dürfte selbst im besten Fall mit einem Re-Start der Spielrunden nicht vor Mitte April 2021, also erst nach Ostern, gerechnet werden.

Kann eine erst Mitte April wiederaufgenommene Spielrunde für Auf- und Abstieg gewertet werden?

Für eine solche Wertung wurden im vergangenen Spätsommer die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Demnach müsste der Verbandsvorstand, der sich aus dem Präsidium, den Regionalbeauftragten und den Kreisfußballwarten zusammensetzt, die entsprechenden Beschlüsse fassen. Im Vorfeld können auf Kreisebene auch die Vereine in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden.

Gibt es verbindliche Voraussetzungen für eine Wertung der Spielrunde?

Übereinstimmend wird davon ausgegangen, dass eine Wertung einschließlich Auf- und Abstieg nur erfolgen kann, wenn wenigstens die gemäß ursprünglichem Terminplan vorgesehene Hinrunde noch abschließend durchgespielt werden könnte.

Wie könnte es mit der Spielrunde weitergehen?

Die Termine der verbliebenen ursprünglichen Hinrunden-Spiele müssten für den Re-Start neu festgelegt werden. Dafür kommen Wochenend-Termine bis Mitte Juni 2021 infrage. Wo keine Aufstiegsspiele folgen, könnte ggf. sogar bis Ende Juni 2021 gespielt werden. Spiele könnten teilweise auch unter der Woche angesetzt werden. Einzelne bereits im Herbst noch vor der Aussetzung des Spielbetriebs ausgefallene Spiele müssten selbstverständlich möglichst frühzeitig nachgeholt werden.

Keinesfalls werden noch „Play-Off-Spiele“ um Auf- oder Abstieg an die normalen Punktrunden angehängt.

Wie wird es mit Auf- und Abstieg laufen?

Die Auf- und Absteiger werden entsprechend den vor Beginn der Spielrunden im Sommer 2020 festgelegten Richtlinien für den Spielbetrieb ermittelt. Die sonst üblichen Relegationsspiele wird es diesmal nicht geben.

Auf jeden Fall wird es auch Absteiger geben. Die seinerzeitige Aussetzung des Abstiegs zum Abschluss des Spieljahres 2019/2020 hat sich im Nachhinein, allerdings durchaus voraussehbar, als schwerer Fehler erwiesen. Einerseits resultierten daraus aufgeblähte „Monsterligen“ mit zwanzig und noch mehr Mannschaften, sodass selbst der Abschluss der Hinrunden (s. o.) nur noch mit fast durchweg „englischen Wochen“ erreichbar sein könnte. In einem ganz normalen Spieljahr (Spiele von Anfang August bis Anfang Dezember und von Ende Februar bis Ende Mai) stehen maximal 30 Spieltage an Wochenenden zur Verfügung, ideal also für 16 Mannschaften, noch vertretbar für 18 Mannschaften.

Auf der anderen Seite waren untere Ligen ohne Zugänge von oben kaum noch spielfähig, wie beispielsweise auch unsere Kreisliga D mit nur noch zehn Mannschaften im Wettbewerb. Nur ganz wenige Ligen profitierten von dieser ansonsten unglücklichen Entscheidung. Darunter war auch unsere Kreisliga B, die im Spieljahr zuvor nur 14 Mannschaften umfasste und ohne Absteiger auf den gängigen Sollwert von 16 Mannschaften aufgestockt werden konnte.

Gibt es Alternativen?

Eine andere Vorgehensweise als oben beschrieben wird sich angesichts der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr anbieten. Andere Spielformen lassen sich rechtlich nicht umsetzen. Sollte es sich mithin herausstellen, dass selbst die ursprüngliche Hinrunde nicht mehr bis Mitte/Ende Juni 2021 zum Abschluss gebracht werden kann, bliebe nur noch die Annullierung des gesamten Spieljahres 2020/2021. Dann bliebe in allen Spielklassen einfach alles beim Alten. Sämtliche Mannschaften würden also weiterhin ihren bisherigen Ligen und Spielklassen angehören. Angesichts der natürlichen Fluktuation könnte das insbesondere bei manchen Jugendligen problematisch werden.

Manfred Kähler