Ein rundum gebrauchter Tag – Es ging so gut wie alles schief
Die hoch motivierte Heimmannschaft überraschte unser Team von Beginn an durch ihr schnelles Anlaufen verbunden mit hohem Pressing. Damit kam unsere Defensive in Sachen Spielaufbau überhaupt nicht zurecht, die Verunsicherung griff zusehends um sich. An zügige Spieleröffnungen war in der Folge kaum noch zu denken. Zumeist wurde der Ball nacheiner Serie von betont langsam gespielten Quer- und Rückpässen irgendwohin hoch und weit nach vorn geschlagen,mehrfach auch gleich zum Gegner oder ins Seitenaus gekickt.
Aber auch in der reinen Defensivarbeit lief nichts wie gewünscht. Im Stile einer Schülermannschaft orientierte sich unsere Abwehr allzu oft nur am Ball und verlor dadurch die Gegenspieler immer wieder aus den Augen. So boten sich den Angreifern des TSV immer gleich mehrere Anspielstationen zur freien Auswahl. Mehrfach wurden gegnerische Stürmer auch mitten im Strafraum völlig alleine stehengelassen, was dann zu Gegentreffern führte.
Auch wenn unser Team sich einmal bis in die gegnerische Platzhälfte durchkombinieren konnte, blieben die Aktionen fast durchweg irgendwo stecken, entweder weil sich keine Möglichkeit zum Abspiel fand, oder auch weil ein sich anbietender Mitspieler schlichtweg übersehen wurde. So hatte unsere Mannschaft bis zur Halbzeit keine einzige auch nur halbwegs gefährliche Gelegenheit nahe dem gegnerischen Tor zu verzeichnen.
Nach der Pause wurde es für rund zwanzig Minuten etwas besser. Da in dieser Phase endlich wieder Fußball, wie man ihn sich wünscht, gespielt wurde, kam es auch zu einigen Torchancen. In der 52. Minute wurde Lias Mai ganz frei in halbrechter Position im Strafraum angespielt. Sein Abschluss aber geriet zu überhastet. Statt den Ball ins lange Eck zu platzieren, schoss Lias ganz einfach geradeaus ins kurze Eck, sodass Heimtorwart David Schäfer problemlos parieren konnte.
Eine noch bessere Gelegenheit bot sich Lias Mai noch einmal in der 59. Minuten, wieder von halbrechts aus wenigen Metern. Doch zog er erneut ohne aufzusehen ab und verfehlte das Tor am kurzen Pfosten. Auch hier wäre auf der anderen Seite des Tores mindestens fünf Meter Platz gewesen, um den Ball mühelos im Netz unterzubringen. Ein wenig mehr Kaltschnäuzigkeit hätte hier sicherlich helfen können.
Danach aber bestimmten wieder die Gastgeber das Geschehen auf dem Platz. Die bei ihren Angriffen gefallenen Äußerungen von der TSV-Bank aus wie „Die machen ja gar keinen Druck auf uns!“ oder „Die decken ja gar nicht!“ sprachen Bände und trafen die Situation auf den Kopf.
Eine alte Fußballweisheit besagt: „Lieber mal eine richtig deftige Klatsche als mehrere knappe Niederlagen in Folge.“ Das sollten sich unsere Jungs zu Herzen nehmen. Aus einem solchen Debakel müssen die nötigen Lehren und möglichst auch Konsequenzen gezogen werden. Dann könnte selbst aus einem derart unsäglichen Auftritt eine positive Verstärkungmitgenommen werden. Einer aber muss aus der Kritik für unser Team herausgenommen werden: Torwart Max Boskugel hielt alles was zu halten war und sogar noch einiges darüber hinaus, womit er seine Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage bewahrte.
Torfolge: 1:0 (18.) Dion Frostmeyer mit einem direkten Freistoß; 2:0 (20., Foulelfmeter Jannik Beck; 3:0 (28.) Volkan Beser aus ganz freier Position unbehindert flach ins Netz; 4:0 (36.) Dion Frostmeyer wieder frei mitten vor dem Tor angespielt; 5:0 (68.) Volkan Beser nach Ballkombination von der Strafraumgrenze ganz ungestört; 6:0 (77.) Maximilian Raitz wieder aus kurzer Distanz völlig unbehelligt; 7:0 (88.) Dario Hener nach ähnlichem Muster wie die Tore zuvor.
Schiedsrichter: Valentin Rettig, junger Schiedsrichter sicherlich mit Perspektiven, sollte künftig mehr darauf achten, sich nicht so sehr von andauernden Reklamationen, insbesondere von der Bank, beeinflussen lassen.
In Seckmauern spielten: Max Boskugel, Jan Enders, Finn Hutmacher, Marcel Singh (ab 63. Minute Florent Hajdini), Ruben Kurz, Pascal Schmitt (ab 63. Minute Kimi Grote), Ariol Morina (ab 74. Minute Georg Brenner), Florent Hajdini(ab 33. Minute Felix Schober), Lias Mai, Toni Vogt, Hasan Salo.
Manfred Kähler